Ratgeber · Sponsoring und Vereine
Sponsoring für Vereine: Partner finden, die mehr wollen als ein Logo auf dem Trikot

Ich war über 20 Jahre im Volleyball unterwegs, als Schiedsrichter und im Verband. Ich habe viele Vereine gesehen, die händeringend Sponsoren suchen, und viele Unternehmen, die nicht wissen, was sie von einem Sponsoring haben. Dabei passen beide oft perfekt zusammen.
Warum Bettelbriefe nicht funktionieren
Der klassische Weg vieler Vereine: Ein Brief an zwanzig Unternehmen, Bitte um Unterstützung, angehängt eine Preisliste für Bandenwerbung. Die Antwort bleibt meistens aus. Nicht, weil die Unternehmen geizig wären, sondern weil der Brief vom Verein spricht und nicht vom Unternehmen.
Gutes Sponsoring ist keine Spende. Es ist eine Partnerschaft, von der beide Seiten etwas haben. Der Verein bekommt Geld, Material oder Unterstützung. Das Unternehmen bekommt etwas, das es wirklich braucht.
Was Unternehmen wirklich suchen
Bevor du ein Unternehmen ansprichst, frag dich: Was hat es davon? Die Antwort ist selten das Logo auf dem Trikot allein. Häufiger sind es diese Dinge:
- Nachwuchs: Viele Betriebe suchen Auszubildende und Fachkräfte. Ein Verein mit Jugendarbeit erreicht genau die jungen Leute und ihre Eltern.
- Ansehen in der Region: Ein Unternehmen, das den Sport vor Ort unterstützt, steht vor Mitarbeitenden, Kunden und Nachbarn gut da.
- Begegnungen: Ein Heimspiel mit Gästen aus der Wirtschaft ist ein guter Rahmen, um Kunden einzuladen.
- Mitarbeiterbindung: Firmenläufe, Teamevents, Vergünstigungen für Mitarbeitende im Verein.
So findest du die passenden Sponsoren
- Schau auf die eigenen Mitglieder: Wer arbeitet wo, wer führt einen Betrieb, wer kennt wen? Die besten Sponsoren kommen oft über persönliche Verbindungen.
- Such Unternehmen, die zu deinem Verein passen: Ein Handwerksbetrieb, der Azubis sucht, passt zu einem Verein mit starker Jugend. Ein Gesundheitsanbieter passt zum Breitensport.
- Lass dich vorstellen: Ein Gespräch, das über einen gemeinsamen Bekannten zustande kommt, startet ganz anders als ein kalter Anruf.
- Frag nach dem Bedarf, bevor du anbietest: „Was beschäftigt euch gerade als Arbeitgeber in der Region?“
Ein Angebot, das beiden nützt
Statt einer Preisliste schlage ich Vereinen ein Angebot in drei Teilen vor:
- Sichtbarkeit: Logo, Banner, Erwähnung, klar und ohne Übertreibung.
- Begegnung: Einladungen zu Heimspielen oder Veranstaltungen, bei denen das Unternehmen eigene Gäste mitbringen kann.
- Gemeinsame Aktion: ein Schnuppertraining für Azubis, ein Firmenlauf, ein Tag der offenen Tür im Betrieb mit den Jugendmannschaften.
Der dritte Teil ist der wichtigste. Er macht aus dem Sponsoring eine Beziehung.
So bleibt der Sponsor
Viele Sponsorings laufen nach einem Jahr aus, weil der Verein sich erst wieder meldet, wenn die nächste Rechnung fällig ist. Besser:
- Schick nach jeder Saison einen kurzen Bericht mit Fotos, was die Unterstützung bewirkt hat.
- Lade die Ansprechpartner regelmäßig ein, nicht nur zum Saisonhöhepunkt.
- Bedank dich öffentlich, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken des Vereins.
- Frag nach einem Jahr: Was hat euch gefallen, was können wir besser machen?
Typische Fehler
- Zu viele kleine Sponsoren ohne Pflege: Drei gut betreute Partner sind mehr wert als zwanzig Logos ohne Kontakt.
- Nur der Vorstand kümmert sich: Wenn ein Ehrenamtlicher geht, gehen oft auch die Kontakte. Teilt die Pflege auf mehrere Schultern.
- Keine Gegenleistung festhalten: Schreibt auf, was vereinbart ist. Das schützt beide Seiten.
Für Unternehmen: Sponsoring als Kanal
Wenn du als Unternehmen überlegst, einen Verein zu unterstützen, frag dich zuerst, welches Ziel du hast: Nachwuchs, Ansehen, Begegnungen? Dann such den Verein, der dazu passt. Ein gutes Sponsoring kann für die Fachkräftesuche mehr bringen als eine Stellenanzeige.
Wenn du Unterstützung willst
Ich bringe Vereine und Unternehmen zusammen, die sich gegenseitig brauchen. Ich kenne beide Seiten: das Ehrenamt aus über 20 Jahren im Sport und die Unternehmen aus meiner Arbeit in Marketing und Partnerschaften.